Mazedonien


Mazedonien

Mazedonĭen, die nordöstl. von Thessalien sich fortsetzende Landschaft der Balkanhalbinsel [Karte: Balkanhalbinsel I]. Die Südgrenze, der Olymp und die Kambunischen Berge, ist stets dieselbe geblieben, sonst hat sich die Grenze namentlich nach N. und O. stark verändert; fruchtbar, reich an Bergwerken und Naturprodukten. Hauptströme der Haliakmon (Vistrica), Axios (Wardar), Strymon (Struma). Hauptstädte waren nacheinander Edessa, seit Archelaus Pella, unter den Römern Thessalonike. Die Mazedonier waren den Griechen wahrscheinlich nicht stammverwandt. Als erster König M.s wird Perdikkas I. genannt (um 700 v. Chr.). Alexander I. (498-454) ward 493 v. Chr. den Persern unterworfen, aber 479 nach der Schlacht bei Platää wieder frei. Perdikkas II. (448-413) stand im Peloponnes. Kriege auf Seite der Spartaner; Archelaus (413-399) bewies sich als trefflicher Regent; Philipp II. (359-336) v. Chr., bemächtigte sich durch die Schlacht von Chäronea 338 Griechenlands; sein Sohn Alexander (336-323) erhob M. zum Mittelpunkt der Weltherrschaft. Nach seinem Tode ward M. eins der Diadochenreiche, hatte aber durch raschen Wechsel der Herrscher und zahlreiche Kriege zu leiden, und erlag im Kampfe mit Rom (197 Schlacht bei Kynoskephalä, 168 bei Pydna), 146 v. Chr. machten es die Römer zur Provinz. [Karte: Die Alte Welt I, bei Altertum.] Nach 395 n. Chr. kam es zum Oström. Reiche, fiel im 14. Jahrh. unter die Herrschaft der Türken und bildet jetzt die türk. Wilajets Saloniki und zum Teil Monastir und Kosowo. Seit 1895 fast jährlich Aufstände gegen die türk. Herrschaft; durch Einschreiten Rußlands und Österreichs wurde 1903 der Sultan zu Verbesserungen der Verwaltung genötigt. Durch eine Flottendemonstration erzwangen die Großmächte 1905 eine internationale Finanzkontrolle in M. – Vgl. Flathe (2 Bde., 1832-34), Naumann (1894), Oberhummer (1898).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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